Die Anreise verlief, abgesehen von einer durch Aufsitzen des Hängers etwas erschwerten Ausfahrt aus dem Gelände des MRSV, problemlos. Für Zugfahrzeug und Hänger wurde die nördliche Umfahrung des Lipno Stausees gewählt, was sich nach Besichtigung der doch recht kleinen Fähralternative als goldrichtig herausstellte. Das Wetter ließ zum Zeitpunkt der Ankunft – und leider nicht nur da – sehr zu Wünschen übrig (Sturm und Regen bei ca. 10 Grad), sodass das Entladen des Hängers auf den nächsten Tag verschoben wurde. Statt dessen begann, wie alle von Max organisierten Wanderrudertouren, auch diese mit einem schönen Sektempfang im eigens für uns reservierten Clubraum des komfortablen Hotels. Separat angereist, aber während des Aufenthalts sehr intergiert, waren noch Thomas Bör mit drei Begleiterinnen.

Der erste Rudertag (Donnerstag) begann voller Tatendrang. Nach dem Aufriggern der Boote wurden diese zu Wasser gelassen und trotz recht rauer See Richtung Norden losgerudert. Unterschiedlich schnell, jedoch durchwegs schnell, entschied sich jedoch jedes Boot umzudrehen und wieder den schützenden Heimathafen anzulaufen – die Windböen waren zu stark und nach kurzer Zeit schon recht viel Wasser in den Booten. Der Nachmittag wurde zu einer Regenwanderung, zur Erkundung des Spa-Bereichs oder der Bar des Hotels genutzt.

Nach Konsultation der Wettervorhersage (wieder Windböen bis 5) bestiegen wir am Freitag statt der Ruderboote die Autos und fuhren zum ca. 25 km entfernten und zum UNESCO – Welterbe ernannten Städtchen Ĉeský Krumlov. Dort konnten wir die für uns in drei Tagen gebuchte Stadtführung auf diesen Tag umbuchen. Die sehr nette und kompetente Stadtführerin zeigte uns äußerst kurzweilig die Sehenswürdigkeiten inkl. Krummlauer Arsch (weiblich) und Rathaus Fake Fassade. Sie hatte auch einen guten Restaurant-Tipp mit Unterhaltungsprogramm durch umkippende Kanus an der Bootsrutsche.

Die nächsten beiden Tage (Samstag und Sonntag) war uns das Wetter gewogener und so gelangen Fahrten bei wenig Wind und teils Sonne zum Yachthafen Hrdoňov (Richtung Süden, Hinfahrt entlang des Ostufers, Rückfahrt am Westufer) mit Einkehrmöglichkeit und Unterhaltungsprogramm durch als Wassermänner verkleidete Geburtstagsgesellschaft und am nächsten Tag zum Campingplatz Karloy Dvory II, ebenfalls mit Einkehrmöglichkeit, vorbei an der Insel Taiwan (äh Tajvan), Hin- und etwas stürmische Rückfahrt an der Westküste.

Aufgrund der schlechten Wetterprognose ab Mittag gab es am Montag nur eine kurze Ruderfahrt Richtung Süden – hin und zurück an der Westküste ohne Pause aber leider doch etwas zu langsam, weshalb wir am Schluss doch noch nass wurden. Der Nachmittag wurde von einem Großteil der Gruppe nochmal in Ĉeský Krumlov verbracht.

Der letzte Rudertag zeigte sich recht freundlich – juchuu – und wir stachen Richtung Norden in See. Nach Durchquerung des Damms und einer Umrundung des nördlichen Ausläufers gab es ein wunderbares Picknick in Liegestühlen am Windy Point mit Musik, Cocktails und Sichtung eines weiteren MRSV Segler-Mitglieds. Auf der Rückfahrt frischte der Wind schon wieder auf, aber wir erreichen problemlos den Heimathafen.

Im Vergleich zu den vergangenen Wanderfahrten waren viele Naturschutzgebiete zu sehen, selten unterbrochen von Dörfern, Campingplätzen und Ferienhäuser.

Zu erwähnen am Rande: Man konnte ohne Tschechische Kronen problemlos auskommen, auch wenn es beruhigend ist welche zu haben, schon allein um bei Gelegenheit einen Waldschnaps vom Frauengeist (Musch) zu erwerben; Pommesklau durch eine bestimmte Person ist durch bereitwilliges Anbieten abzuwehren – dann macht es ihr nämlich keinen Spaß mehr; ein weiter Abstand vom Ufer ist ratsam, wenn man nicht geangelt werden möchte – gell Max? – und Chaos beim Servieren des Abendessens ist durch Nummerierung vorzubeugen.

Am wichtigsten: Dank der harmonischen Gruppe tat das überwiegend leider schlechte Wetter der Stimmung überhaupt keinen Abbruch – schön war’s!

Noch zu erwähnen: Thomas Bör und seiner Gruppe gelang es auch an den ersten beiden Tagen dem Wetter zu trotzen und einige Ruderkilometer zu sammeln – Respekt.

Ein herzliches Dankeschön an Max und Inge für die wiedermal ausgezeichnete Organisation vorab und vor Ort, Eva für die Organisation des Picknicks, Franz für die tollen Drohnenaufnahmen und die nette Gesellschaft an den Mittagsplätzen und Walter und Norbert für die Tätigkeit als Wetterfrösche (sie hatten es aufgrund der schwer vorhersagbaren Wetterverhältnisse schwer und waren mehrfach gefährdet, als Froschschenkelsuppe zu enden). Nach der Wettervorhersage wurde von Max beim morgentlichen Briefing eine Ruderstrecke vorgeschlagen und das Ziel für die Mittagspause ausgesucht.

 

Reisezeit: 30. Juli – 6. August 2025

Teilnehmer: 15 Personen vom MRSV + 1 Begleitperson + Hund

Unterkunft: Hotel Resort Relax, Dolní Vlatavice

Boote: 3 mal 4+ (Nemo, Subito, Haubentaucher), Transport mittels Mietbus und Vereinshänger
(1 mal 4+ (Dr. Günter) Transport für Thomas Bör Gruppe)

 

Karin Wienold