Es war im Sommer 2024. Die Sonne schien, der Wind wehte mit angenehmen 3 Bft., viele von uns lagen am Steg in der Sonne – eigentlich ein perfektes Wetter für einen schönen Tag am See.
Doch plötzlich war da dieses merkwürdige Geräusch vom Rudersteg herüber. Es klang zunächst wie das vertraute Schlagen der Wellen gegen den Steg. Aber irgendetwas war anders. Ein ungewöhnliches Schwappen, das einen neugierig machte.
Also wurde genauer hingeschaut – und siehe da: Zwischen Rudersteg und Kaimauer trieb ein völlig verwahrloster Kanadier. Ganz offensichtlich hatte er schon bessere Zeiten gesehen. Kein Eigner weit und breit, und auch auf Nachfrage an der Promenade ließ sich niemand finden, dem das gute Stück gehörte.
Durch den Wellengang hatte er sich unter den Lattenzaun zur Promenade geklemmt, und drohte den Zaun zu beschädigen.
Kurzerhand wurde der Zaun von seinem „Übel“ befreit und der herrenlose Kanadier schwimmend im Schlepptau an den Steg gebracht.
Das Kanu musste wohl schon längere Zeit Wind und Wetter ausgesetzt gewesen sein. Laub und Unrat hatten sich angesammelt, der Rumpf war ordentlich verschmutzt und die Holzeinfassung war derart vermorscht, dass die Schrauben teilweise schon von allein das Weite suchten.
Kaum war der Kanadier am Steg angekommen, fanden sich auch schon einige begeisterte Helfer. Gemeinsam wurde er zunächst einmal gründlich gereinigt.
Eine Nachfrage bei der Polizei brachte zunächst keine weiteren Erkenntnisse: Ein Kanadier dieser Art wurde weder vermisst noch als gestohlen gemeldet. Uns wurde jedoch geraten, das Fundamt zu informieren. Sollte sich innerhalb von sechs Monaten kein Eigentümer melden, könnte der Kanadier in den Besitz des MRSV übergehen.
Das Kanu bekam einen sicheren Liegeplatz auf einem Ständer hinter dem Bootshaus und durfte erst einmal zur Ruhe kommen. Gleichzeitig wurde bereits vorsichtig in die Zukunft geblickt. Peter Jahn wurde gefragt, ob er sich – sollte der Kanadier tatsächlich bei uns bleiben – eines Refits annehmen würde. Im Mittelpunkt stand vor allem die völlig marode Holzeinfassung.
Peter erklärte sich bereit und machte einen fantastischen Job. Mit viel Arbeit, handwerklichem Geschick und vermutlich auch der einen oder anderen Stunde, in der er sich gefragt hat, warum er eigentlich zugesagt hatte, wurde aus dem einst verwahrlosten Fundstück wieder ein richtig schmuckes Kanu.
Heute sieht unser „Findus“ wieder fast wie neu aus.
Warum „Findus“? Nun, weil er eben irgendwie zu uns gefunden hat.
„Findus“ ist ab sofort einsatzbereit und kann von jedermann im Verein kostenlos ausgeliehen werden. Die Ausleihe erfolgt ganz unkompliziert über unser Computersystem im Bootshaus.
Er ist ca. 5,20 Meter lang und 95 cm breit, hat vier Sitze und kann mit circa 350 kg beladen werden. d.h. max. 2 Erwachsene + 2 Kinder mit Schwimmwesten.
Viel Spaß!
Ahoi
Wolf
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18.09.2026







